Montag, 6. März 2017

Achtung Stainschlag!

4./5.März 2017 Hüttendienst auf der Rax. Für Samstag ist Sturm mit 100km/h auf den Bergen angesagt. Also wählen wir den längeren Anstieg zur Gloggnitzerhütte über den Kesselgraben. Am Anfang müssen wir die Schi tragen und nach einigen 100 m kommt ein besonders unangenehmes Stück: ein massiver Steinschlag hat den Weg verlegt, mühsam steigen wir über Felsbrocken und entwurzelte Bäume. Immer wieder hört man Steine herabkollern, zum Glück sind keine größeren dabei, aber ein mulmiges Gefühl bleibt.

Bald danach könen wir die Schi anschnallen und bis zur Hütte aufsteigen, die wir nach 3:45 min erreichen. Schönes sonniges Wetter, aber eben leider starker Wind, auch bei der Hütte. Also nur ein kurzes Sonnenbad mit einem Radler vor der Hütte. Dann den Ofen einheizen. Ein Gast schafft es bis zu uns, am Kloben hätte ihn der Wind fast umgeworfen. In dieser handyfreien Zone (kein Empfang) lässt es sich gut entspannen, vor allem wenn außer Abendessen kochen und abwaschen keine Arbeit ansteht. Trotz des Dturms schlafen wir gut und lang. Der Sonntag ist am Vormittag freundlich und fast ohne Wind. Gabi und ich gehen getrennt den Hüttenhang hinauf (einer bleibt immer beim Funkgerät in der Hütte, man weiß ja nie) und genießen eine recht gute Abfahrt. Und danach geht sich sogar ein wenig Gesicht Sonnenbaden vor der Hütte aus. Nur zwei Gäste verirren sich zu uns, also auch wieder wenig Arbeit. Um 16 Uhr ist die Hütte versorgt und wir beenden unseren Dienst, aber leider hat es stark zu schneien begonnen, bei 3 Grad Plus.

Der Schnee ist dementsprechend patzig und langsam. Ab dem Garterl regnet es, aber wenigstens geht es ohne Neuschneeauflage sogar besser bergab. Bei den vielen Ästen und Steinen ist es eigentlich ein Wunder, das unsere Schi keine gröberen Kratzer abbekommen. Der Steinschlagbereich ist wieder unangnehm, dauernd hört man Steine herunterpoltern. Dann endlich beim Auto freuen wir uns auf zu Hause, ein gutes Abendessen mit einem kühlen Franzi (Franziskaner Weißbier) vor einem flackernden Holzfeuer schmeckt verdammt gut!

Donnerstag, 2. März 2017

Island im Winter-Vorwort

Meine Frau und ich kennen Island sehr gut, natürlich wegen unserem Island Wanderführer (erhältlich im Rother Verlag seit 1995), der uns immer wieder auf diese tolle Insel bringt.
Im Winter waren wir allerdings noch nie in Island! Und das aus gutem Grund, denn im Winter können die Möglichkeiten für Touren sehr eingeschränkt sein, alle Straßen ins Landesinnere sind gesperrt (F-Straßen), aber auch auf der Ringstraße muss man mit Behinderungen und Sperren rechnen, ob durch Schneeverwehungen oder wegen Sturm, der schon einmal 150 km/h erreichen kann. Auch war es früher weit schwieriger Mietauto und Quartier im Winter zu einem leistbaren Preis zu bekommen. Seit 2008 bedingt durch den Finanzcrash waren die Preise in Island auf einmal auf österreichischen Niveau. Der Tourismus nahm stetig zu, das half den Isländern wieder wirtschaftlich auf die Beine zu kommen. Für Reisende ist es jetzt viel leichter Quartier und Auto zu bekommen, die Angebote haben sich vervielfacht. Leider haben die Preise wieder das Niveau von früher, daher doppelt so teuer als zu Hause. Ein Mittagsmenü kostet z.B. pro Person 30.-€. Ein Doppelzimmer mit Frühstück ist so um 100.-€ zu haben. Nur der Mietwagen war erstaunlich günstig, für einen kleinen Geländewagen (Suzuki Jimny oder Fiat Panda Cross) waren es ungefähr 44.-€ pro Tag.
Im Blaföll Schigebiet bei Reykjavik war noch Winter....
Dann haben wir uns 2016 doch entschlossen, einmal eine Winterreise zu probieren. Ich mache sonst viele Reisen auch alleine, aber im Winter ist es schon klüger wenn man zu zweit reist. Die tiefblaue Eishöhle „Crystal Cave“ und eine gute Chance auf Nordlichter waren dann zusätzliche Punkte, die uns zu der Reise animiert hatten. Gebucht hatten wir schon recht früh, denn einen günstigen Flug bekommt man nach Island nur mehr als Frühbucher, Restplätze gibt es praktisch keine. Auch manche Quartiere waren schon Monate vor der Reise an der Südküste ausgebucht, obwohl einige Hotels in den letzten Jahren neu gebaut wurden und fast jede Farm Zimmer anbietet.
Ein Grund das wir eine Winterreise nach Island immer wieder aufgeschoben haben, war neben den Kosten aber auch das unsichere Wetter. Vielen ist nicht bewusst, das an der Südküste durch das Meer und dem Golfstrom schon immer ein wechselhaftes Wetter die Regel war und Regen auch im Jänner und Februar vorkommt. Daher eine Mischung aus Schnee, Regen, Sturm und oft Glatteis auf den Straßen (unbedingt Auto mit Spikes mieten).Wer also Winter pur haben will, ist bei Island nicht auf der sicheren Seite, da wäre eine Reise nach Nordfinnland sinnvoller.
Am Strand des Jökulsarlon ist man nie allein
Trotz der vielen Menschen, gelingen mit Geduld auch gute Aufnahmen

Um endlich zur Sache zu kommen, was den Winter betrifft hatten wir Pech, es war der Wärmste Winter seit 50 Jahren in Island und als Draufgabe hat es noch sehr viel geregnet und ordentlich Sturm war auch dabei. Die Klimaerwärmung ist gerade in Island stark zu spüren. Natürlich gibt es auch noch kalte Winter, 2016 gab es viel Schnee, im Norden bis zu 3 m! Aber wir waren ja im Februar 2017 hier und da war der Jänner schon zu warm und im Februar wurde es dann noch wärmer und nasser. Das hatte einmal zur Folge, das die Tour in die Crystal Cave wegen Überschwemmung nicht mehr möglich war. Wärme und Regen ist Gift für das blaue Eis, das sich nur bei Minusgraden bildet und hält, deswegen gibt es ja auch keine Touren in die Eishöhle ab Mitte März mehr. Eine Sache, bei dieser recht kurzen Tour (ca. 45min in der Höhle), die in keinem Prospekt steht, ist das mittlerweile mehrere Bergführer diese Tour anbieten und dadurch kann es vorkommen das gleichzeitig viele Touristen in der Höhle sind. Ob man dann als Fotograf glücklich ist wenn man 150.-€ bezahlt hat und nicht weiß wo man sein Stativ aufstellen soll? Andere leicht erreichbare Höhlen scheint es derzeit leider nicht zu geben.
Was uns komplett verblüfft hat sind die Massen an Pauschaltouristen, die oft in Leggings und Turnschuhen bekleidet aus dem Bus steigen und dann Selfies vor Eisbergen machen. Am schwarzen Strand von Jökulsarlon war das schon recht skurril, manchmal auch lustig, wenn wieder jemand auf der Flucht vor der Welle einen Bauchfleck hingelegt hat. Natürlich ist der „Golden Circle“ und die Südküste bis zum Jökulsarlon schon immer ein beliebtes drei Tage Stop Over Ziel gewesen (Flug von oder nach Amerika), auch haben wir Individualtouristen getroffen, die mal schnell die Südküste in drei Tagen gemacht haben. Die Frage stellt sich uns nur wozu? Man hat Stress, sieht wenig von dem Land und wenn man Pech hat kommt man gar nicht weit, denn die erlaubten 90 km/h fährt man nur bei geräumter Straße, bei stürmischen Winterwetter sind 40 km/h eher realistisch. Wer also plant die Ringstraße komplett in 5 Tagen zu fahren, sollte noch einmal nachdenken. Wir halten das für keine gute Idee.
Bei 100km/h Sturm machen die Wasserfälle eine Rolle rückwärts
Was man auch wissen sollte, in einem schneelosen Winter ist die Landschaft eher trostlos, die schönen Kontraste zwischen grüner Wiese und schwarzer Lava gibt es nicht, das Gras ist braun, nur auf manchen Berghängen ist grünes Moos, das etwas Farbe einbringt.
Wer also nicht dem Nordlicht Hype verfallen ist und auch sonst kein absoluter Winterfan, sollte Island eher von Mai bis September bereisen. Für Nordlichter ist der Norden Islands rund um Akureyri oder beim Myvatn die bessere Wahl, da klare Nächte dort häufiger sind als im Süden. Übrigens, die 7 Grad Plus, die wir am Jökulsarlon diesen „Winter“ hatten, sind auch im Sommer eine durchaus mögliche Temperatur!
nur die höchsten Berge waren angezuckert und die Pisten tiefer Matsch

Samstag, 18. Februar 2017

Island im Winter -Teil1

Samstag, 4.2.:
Anreise ist zum Glück problemlos, auch wenn das Umsteigen in Heathrow nicht angenehm ist (lange und genaue Sicherheitskontrolle), weiter Weg, keine Versorgungsmöglichkeit. Im Flugzeug gibt es nur Essen gegen Bezahlung, beim 2. Flug leisten wir uns also ein Sandwich, damit wir nicht verhungern. In Keflavik müssen wir ein bisschen warten, aber dann klappt alles mit der Autovermietung. Wir bekommen einen Fiat Panda Cross, ein recht neues Auto, wahrscheinlich auf der Straße angenehmer als der Jimny und gar so viel wollen wir nicht ins Gelände. Gut ist, dass Spikes drauf sind. Unsere erste Pension in Hafnarfjördur finden wir recht leicht, es ist ein sehr gemütliches Häuschen mit einer netten Vermieterin(Eddas Farmhouse in town). Wir essen unsere bescheidenen Vorräte – zum Glück haben wir was mitgenommen. Nachts werfen wir ein paar Blicke hinaus, aber es ist überwiegend bewölkt.
Das Frühstück war toll, inkl. selbsgebackenem Brot!
Blick vom Quartier am Morgen (Sonnenaufgang 9:30) auf die vereiste Straße

Sonntag, 5.2.:
In der Früh ist es sehr eisig, gut dass wir Spikes haben. Das Wetter ist verhältnismäßig freundlich und am Berg oben ist sogar Schnee – wie machen einen Abstecher zum Bláfjöll (Schigebiet), wo es recht winterlich aussieht, auch gibt es schöne Lichtstimmungen. Wir sind etwas zufriedener.
In den Bergen über Reykjavik wird der Schnee langsam mehr
Wer genau hinsieht, bemerkt ein Auto in ungünstiger Lage plus Polizei und Krankenwagen, dem Fahrer ist zum Glück nicht viel passiert. Auch in Island wird gerne zu schnell gefahren, oft auch mit einer Hand am Handy.




Weiter unten wird es jedoch wieder mild und grün. Der Blick auf Hveragerdi ist auch recht schön, dann nehmen die Wolken zu und in Selfoss gibt es einen Regenschauer – aber wir kehren ohnehin gerade im Café Krus ein, das nach wie vor gut und halbwegs erschwinglich ist – die Preise haben ganz schön angezogen hier! Hauptspeisen liegen jetzt alle über 20 Euro, ein Menü um etwas über 30 wie hier ist also okay. Danach gehen wir einkaufen, damit wir uns zumindest kalt selbst versorgen können.

3 junge isländische Kellnerinnen und eine gut gefüllte Kuchentheke, kein Wunder das das eines meiner Lieblingslokale in Island ist. Gabi in Rot bedient sich gerade bei der Suppe.

Bei der Weiterfahrt biegen wir zum Thorolfsfell ab, um den Ausgangspunkt unserer „Problemwanderung“ zu checken. Tatsächlich gibt es einen Parkplatz ca. 500m auf der F-Piste, also ein Stück nach der Bachüberbrückung, wo es auch Infotafeln gibt. Wanderweg selbst gibt es keinen markierten. Es ist auch ein Stück weiter taleinwärts, als ich es auf der Karte eingezeichnet habe. Diese Tour werden wir wohl nochmal aufnehmen müssen. Hier im Tal Richtung Thorsmörk schaut es auch halbwegs winterlich aus. Ein kurzer Lichtspot verschwindet schnell wieder. 
Eine der urigsten Jugendherbergen in Island, links der Bergrücken des Thorolfsfell.
Wir fahren weiter.
Der Stopp beim Seljalandsfoss ist nicht lohnend – viele Menschen und eher stärkerer Regen.

Dafür kommt dann noch einmal ein Lichtstreifen in Sicht, weshalb wir noch nach Dyrholaey hinausfahren und hinauf zum Leuchtturm. Vorne ist es sehr windig, aber die Sicht ist nicht schlecht, es gibt ein bisschen eine Abendstimmung.
Auf diese Weise sind wir tatsächlich bis 6 Uhr unterwegs und mit unserer Ausbeute nicht unzufrieden. Unser heutiges Quartier ist ein größeres Guesthouse, das sehr neu ist. Das Zimmer ist auch klein, aber die Duschen sind schön und geräumig und es gibt eine große Gästeküche. 


In der Nacht schaue ich auch mehrmals hinaus, aber es gibt wieder nicht viele Wolkenlücken und also nichts zu sehen.
Montag, 6.2.:
Es weht warmer Wind, das bisschen Schnee, das hier gerade liegt, ist Gatsch; ein paar Kilometer weiter bleibt es dann grün. Der Himmel ist sehr grau und es gibt einige Regenschauer, auf der Strecke über die Sander Richtung Skaftafell ist es auch recht windig. Fotomotive tauchen zunächst keine auf. Dafür meldet unsere Autoelektronik, dass in einem Reifen zu wenig Luft ist. Leider funktioniert auf der Tankstelle bei Skaftafell der Kompressor nicht, weshalb wir herumfragen müssen; wir bekommen Hilfe beim Hotel, alle Reifen werden auf gleich aufgepumpt – das Warnlicht bleibt, ist aber zu ignorieren. Wir schauen zum Büro unseres Gletschertouranbieters, wie wir schon wissen, ist die Crystal Cave Tour abgesagt (Wasser in der Höhle); die andere Tour ist aber bestätigt – wir bleiben beim Termin, damit wir nicht so weit hin und her fahren müssen. Das Wetter ist die ganze Zeit unattraktiv mit Regenschauern. Trotzdem stoppen wir beim Svinafellsjökull, ein kurzer Abstecher, den wir an sich schon kennen. Das Wetter ist gerade erträglich, wenn auch sehr windig. Wir steigen ein paar Meter hinauf, um von den Leuten wegzukommen, das geht mit Gummistiefeln sehr gut. Auch die Regenhose ist nützlich. So kommen wir auch heute zu ein paar Fotos. 

Hier an der Südküste sind viele Pauschaltouristen unterwegs, wer die auf die Idee gebracht hat, der Winter wäre in Island eine gute Reisezeit? Dadurch sind jetzt auch im Winter die Quartiere fast ausgebucht, im Sommer muss man ein 1/2 Jahr im Voraus buchen!

Auf der Weiterfahrt bleibt das Wetter schlecht. Am Jökulsárlon gibt es wenig zu sehen – kaum Eisberge und auch wenig Eis am Strand. 
So leer haben wir den Jökulsarlon noch nie gesehen.
Schließlich fahren wir bis zu unserem Quartier, es geht gegen 5 Uhr und keine Auflockerung ist in Sicht. Diesmal haben wir ein Hüttchen mit eigenem Badezimmer. Es ist zwar nicht so neu, aber dafür geräumiger, was angenehm ist, da wir hier zwei Nächte sind. In der Nacht gibt es meist heftigen Regen und Wind, was weitere Beobachtungen des Himmels wieder überflüssig macht.
Dienstag, 7.2.:
Wir frühstücken gemütlich (und wieder gut). Dann schauen wir uns die Umgebung an. Da es Richtung Westen heller ist, fahren wir ein Stück und biegen dann probeweise auf die Piste zur Berghütte Jöklasel ab, die erstaunlicherweise nicht gesperrt ist. Die Straße ist zunächst sehr gut, weiter oben ist es dann schon etwas tief stellenweise, aber alles geschottert und (leider) überhaupt kein Schnee. Wir können den Allrad schon gebrauchen. Die Landschaft oben ist toll, wir haben einigermaßen Aussicht und vor allem ein paar sehr schöne Lichtstimmungen. Außerdem sehen wir ein Rentier. Wir fahren etwas mehr als die Hälfte der Strecke, aber bis hinauf zum Gletscher und zum Schnee wagen wir uns dann doch nicht, da wir hier nicht irgendwo stecken bleiben möchten. Auch verzieht sich der Sonnenspot wieder.



Wieder im Flachen fahren wir nun nach Osten – und da auch nicht weit. Gleich nach unserem Gästehaus ist eine Abzweigung zum Heinafellsjökull – alles neu hergerichtet. Wir stellen fest, dass es hier auch einige Wanderwege gibt, was sehr lohnend aussieht. Die Straße (gut) führt 8 km bis zu einem Parkplatz. Über die Moräne kommt man zu einer sehr schönen Lagune mit zahlreichen – auch blauen – Eisbergen. Hier gibt es viele lohnende Motive – und wir sind ganz alleine hier!! Wir gehen recht weit am See entlang, auch wenn das Gehen stellenweise sehr mühsam ist, weil man bis über die Knöchel versinken kann. Die Gummistiefel sind hier das absolut richtige Schuhwerk. Jedenfalls sind wir gut 1 ½ Stunden hier unterwegs und danach ziemlich ausgehungert, zum Glück haben wir Mannerschnitten mit. Wir machen noch einen zweiten Abstecher, der zu einem Wasserfall führt, aber hier reizt uns das Licht nicht mehr so. Diese Straße ist ein wenig schlechter, hier ist der 4WD wieder nützlich. Allerdings dürften die Straßen im Sommer fester sein, so nass wie derzeit habe ich das Land hier noch nie gesehen. 



Wir fahren nach Höfn, um zu tanken, etwas zu essen (Pizza: auch teuer, aber gut, mit Garnelen und Ruccola) und wieder einzukaufen. Auf der Rückfahrt machen wir noch einen Abstecher zum Hoffellsjökull, was eine gegen Schluss anspruchsvollere Piste ist, da sie ziemlich durchs Wasser führt (aber nicht tief). Der Ausblick ist bei schlechtem Licht aber nur mäßig lohnend. Bei Schönwetter wäre es ein toller Punkt…

Nach einem insgesamt sehr aktiven Tag geht es wieder ins Quartier. Um ½ 11 beschließen wir dann, doch noch hinaus zu schauen, ob es Nordlicht gibt, da sich gerade eine Wolkenlücke auftut. Aber kaum sind wir an einem geeigneten Platz, beginnt es zu schütten und gegen Norden zu sind dichte Wolken – also wieder nichts!
Mittwoch, 8.2.:
Wir können ausschlafen – leider ist auch die zweite Tour gecancelled, und zwar wegen Sturmwarnung. Naja, Sicherheit geht vor und bei Regensturm am Gletscher spazierenzugehen ist eh nicht wirklich so verlockend.
Bei sehr grauem Wetter fahren wir dann los. Einen Kaffeestopp machen wir beim Hotel Hali, wo es auch ein Museum für den Dichter Thorberg gibt. Am Jökulsárlon regnet es gerade nicht und diesmal gibt es am (östlichen) Strand auch einige Eisberge; zwar weniger als Touristen, aber immerhin. Wellen und wenig Licht passen gut fürs Fotografieren, der Wind ist zum Glück nicht allzu stark, sodass man noch ein Stativ aufstellen kann. Die zahlreichen asiatischen Selbstdarsteller nerven zwar, aber sie werden dafür auch ein paar Mal nass (was Christian trotz Gummistiefel auch gelingt…). Ich halte etwas mehr Abstand zum Wasser wie immer. Zum Glück haben wir hier wirklich wieder einen Stopp, der den Tag fürs Erste rettet.




Danach fahren wir durch bis Vik. Die ganze Strecke hindurch schüttet und stürmt es, was die Absage unserer Tour bestätigt. In Vik brauchen wir dann Stärkung, zum Glück gibt es das nette Café noch und es ist auch gut besucht. Wir gönnen uns eine teure, aber gute Fischsuppe und gemeinsam ein Dessert.

Der Regen scheint nachzulassen, eigentlich ist für den Abend eine leichte Wetterbesserung zu erwarten. Deshalb fahren wir zum Strand und den Reyndrangar, wo es sich wieder abspielt – Touristen in Massen! Was tun die alle hier bei Regen und starkem Wind??? Wetterfest gerüstet gehen wir auch die paar Meter; die Wellen sind beeindruckend, es gibt also Fotomotive und dann kommt tatsächlich ein bisschen die Sonne heraus! Wir haben unseren zweiten sinnvollen Fotostopp heute und hier hat der starke Wind zumindest optisch auch was Gutes. 






Danach suchen wir unser Quartier auf, da das Licht wieder verschwindet. Das Gästehaus, ein „Homestay“ ist wirklich hübsch alt und im Zentrum. Es gibt Aufenthaltsraum und eine Küche, die man benutzen kann, das gleicht auch das kleine Zimmer wieder aus. Hier können wir uns morgen selbst versorgen.


Freitag, 17. Februar 2017

Island im Winter-Teil2

Donnerstag, 9.2.: 
Wir schlafen doch wieder etwas länger und lassen uns in der Früh auch beim Frühstück Zeit, da es ziemlich grau ist. 
Zumindest regnet es nicht. Zuerst fahren wir zu dem Inselberg östlich von Vik beschildert als Hjörleifshöfði. Man kann dort auch eine Wanderung machen, aber der Hügel ist oben im Nebel. Mit 4x4 kann man weiter fast rundherum fahren oder hinaus Richtung Meer über weiten schwarzen Sand. Die Felsen mit Nebel sind recht beeindruckend, auch eine kleine Tuffsteinhöhle gibt es (beliebter Lagerfeuerplatz). Also finden wir auch hier ein paar Fotomotive.


Danach fahren wir Richtung Thakgil; die Straße ist nicht gesperrt, wird aber nach der ersten Geländestufe recht schlammig und tief, sodass wir rechtzeitig wenden. Ein längerer Fotostopp bei den schönen Tuffformationen zahlt sich aus, hier stört das graue Wetter nicht so sehr, obwohl etwas Aussicht oder Schnee auch nett wären. Als wir ins Auto einsteigen, beginnt es zu regnen.


In Vik tanken wir, gehen shoppen (Icewear-Geschäft) – aber natürlich sind die Wollsachen inzwischen auch entsprechend teuer; Handschuhe und eine zum Anorak passende Haube sind aber drin. Dann kaufen wir fürs Essen ein. Im Quartier machen wir uns Salat mit Hühnerstreifen, trinken Kaffee und lesen und schauen in den Regen. Gegen vier Uhr scheint es nachzulassen. Wir wollen eigentlich auf den Hausberg hinauffahren, aber hier ist die Straße gesperrt, deshalb fahren wir noch einmal nach Dyrholaey. Die Berge im Hintergrund sind ein bisschen angezuckert, aber leider reißen die Wolken nicht auf. Die Wogen am Kap sind aber äußerst beeindruckend, also weitere Fotomotive.
So halten wir doch wieder bis zur Dämmerung durch. Abendessen (Hühnchen mit Reis und Karotten, selbst gekocht) und längeres Plaudern mit anderen Reisenden. Ein nicht unangenehmer Tag trotz äußerst bescheidenen Wetters.

Freitag, 10.2.: 
Heute kommen wir eher auf, da es ein bisschen lichter ausschaut und nicht regnet. Nach dem Frühstück  und noch ein bisschen Plaudern geht es los – Richtung Westen. Der Himmel zeigt große Wolkenlöcher! Wir fahren zuerst zum Solheimjökull, einer Gletscherzunge des Myrdaljökull, zu der es eine ziemlich neue, asphaltierte Zufahrt gibt. Ein riesiger Parkplatz zeigt wieder einmal die Dimensionen des Geschäfts. Um diese Zeit sind wir ziemlich die Ersten, die zur Gletscherzunge spazieren, ein breiter Weg, ca. 15 Minuten. Schön ist hier vor allem der Abbruch des Eises, man kommt ganz nahe heran und kann auch leicht auf den Gletscher hinauf, weshalb sich eine halbe Stunde später die Karawane nähert und eine Gruppe nach der anderen eingewiesen wird und losmarschiert. Der Anblick von Leuten in Leggins, Turnschuhen und Steigeisen ist grauenhaft. Trotzdem ist das ein absolut lohnender Abstecher, vor allem weil auch die Berge endlich einmal in der Sonne sind – und oben liegt ja schon Schnee. 


Wir müssen natürlich auch das Gletschercafé anschauen (ein WC ist auch praktisch), das innen ganz nett ist, weshalb wir Kaffee und ein gemeinsames Croissant genießen. Eine lange Pause wollen wir nicht – die Sonne scheint!


So bieten sich dann an der Strecke vorbei an Skogar wirklich wunderschöne Blicke auf die Berge (Eyjafjallajökull). 


Wir machen einen Abstecher auf der 242 ins Tal Seljavellir , dort war früher ein öffentliches Bad (möglicherweise waren wir hier schon mal baden); dahinter kann man zu einem Badebecken wandern. Wir heben uns den Ausflug doch für den Sommer auf, da das Licht zum weiteren Fotografieren reizt. Die Landschaft ist wunderschön hier. Auch eine Weide mit Islandpferden bietet uns noch Fotomotive und zutrauliche Pferdchen. Und das bei angenehmer Sonnenwärme – die Lufttemperatur ist nämlich nicht so hoch. 
Bitte recht freundlich!
Und dann die Bildkontrolle, dem Pferdchen hat es gefallen!

Wir fahren dann noch einmal nach Fljotsdalur, dabei gibt es sogar einen kurzen Schneeschauer, dann scheint aber auch wieder die Sonne, sodass es auch hier tolle Panoramablicke gibt. Die Piste ist gesperrt, wir versuchen es ein Stück, aber es ist schon recht viel Wasser auf der Straße, sodass eine Weiterfahrt erstens sehr weit und zweitens nicht sinnvoll erscheint. 
Die Jugendherberge vor frisch verschneiten Bergen

Bei der Fahrt hinaus nach Hvollsvöllur sehen wir rechts ein Hinweisschild zum Thrihyrningur, es geht gut 8km auf einer guten Schotterstraße vorwiegend durch schönes Weideland – rechts erhebt sich der Berg (heißt Dreiecksberg, was gut passt). Wir wenden dann an der Furt, die aber durchaus passabel wäre, doch scheint die Straße danach nicht mehr weit zu führen. Bei der Furt (aber auf der anderen Seite) gibt es einen Picknickplatz, von wo ein Anstieg auf den Berg zu führen scheint – ein weiterer interessanter Punkt!
Bei der Rück- und Weiterfahrt verschlechtert sich das Wetter wieder, auch sind wir inzwischen ziemlich hungrig. Dennoch machen wir noch einen sehr kurzen Abstecher zum Urriðafoss, der durchaus sehenswert ist. Dann sind wir bald in Selfoss und fallen hungrig ins Café Krus ein. Wir gönnen uns Suppe, einmal das Fischgericht (hauptsächlich für mich) und eine Torte (hauptsächlich für Chris) und Kaffee. Wir werden sehr gut satt und es schmeckt auch wieder vorzüglich. 
Viel Wasser und wenig Schnee

Unser Gästehaus ist gleich gefunden, es ist im Vergleich zum letzten sehr unpersönlich, dafür ganz modern, das Zimmer ist riesengroß mit eigenem Badezimmer und draußen gibt es einen Hotpot, das Wasser hat 40° , das kann man gerade aushalten. Wir lassen uns einmal ordentlich aufheizen.
Bisher der schönste Tag vom Wetter her und auch wieder ein paar neue Punkte dabei!
Samstag, 11.2.: Heute sollte das Wetter noch einmal passabel sein, was aber dann doch nicht ganz stimmt. Wir machen eine Runde im Bereich des „Golden Circle“, allerdings ohne die berühmten Highhligts, die ja vollständig überlaufen sind. Unser erster Stopp ist der Krater Kerið, nicht weit von Selfoss entfernt. Die Sehenswürdigkeit ist touristisch erschlossen, inclusive einem Eintritt, aber sehenswert, da im Krater ein kleiner See ist. Leider ergibt sich keine besondere Lichtstimmung.


Danach fahren wir nach Fluðir; dort suchen wir zunächst nach der noch  urigen Badestelle bei Hruni, die finden wir zwar, aber sie ist mit einer Gruppe Jugendlicher gut besucht, sodass wir uns nicht dazudrängen. 
In dem kleinen Pool war bei den 4 jungen Isländerinnen leider kein Platz mehr für uns

"Haltet die Landschaft sauber"
Nun gönnen wir uns einen Besuch in der Gamla Laugin (Secret Lagoon), dem ältesten Schwimmbecken Islands. Es ist schön und angenehm temperiert, die Anlage ansprechend, sodass wir den Eintritt von 23€ pro Person noch für vertretbar halten (im Vergleich zum hier üblichen Preisniveau). Wir relaxen ausgiebig, das Wetter ist gerade relativ freundlich, man kann fast die Sonne sehen.
Das Betonhüttchen ist nicht die Umkleidekabine!
Die heißen Quellen versorgen auch viele Gewächshäuser, die aber im Winter auch beleuchtet werden.

Über Selfoss geht es zurück, was natürlich zu einer späten Mittagsjause (Suppe und Kaffee und 1 Kuchen) führt. Anschließend wollen wir uns eine Lavahöhle bei Hveragerdi ansehen, aber diese ist wegen Instandsetzungsarbeiten gesperrt und nicht betretbar.
Nun fahren wir auf die Reykjanes-Halbinsel, wobei das Wetter zunehmend regnerisch und windig wird. Trotzdem fahren wir bis zum Leuchtturm bei Gunnuhver, aber so schön die Küste ist – nicht einmal auszusteigen lohnt sich bei kräftigem Wind und Regen. Es ist schade, dass wir keinen stimmungsvollen Abendblick bekommen.
Unser Quartier in Grindavik ist recht nett und sauber, die Küchenbenutzung ist dabei, sodass wir unsere Vorräte noch dezimieren können.

Sonntag, 12.2.: Das Wetter ändert sich nicht, bei tiefliegenden Wolken bietet sich auch kein Sonnenaufgang, sodass wir bald in Keflavik sind und das Auto zurückgeben.
Am Flughafen geben wir noch unsere letzten Kronen aus (günstiges Café!). Der Rückflug gestaltet sich ebenfalls problemlos, in Düsseldorf haben wir genug Zeit zum Essen. Auch die Tatsache, dass vor der letzten Etappe unser Handgepäck abgewogen wird, überstehen wir (knapp) problemlos.
Gegen 9 Uhr abends landen wir in Wien und kommen gut nach Hause.